OrensteinerSalon am 14.Mai 2009 im Schlosshotel Cecilienhof
„Wie binde ich meine besten
Mitarbeiter?“
Ein spannender Vortrag des ehemaligen Oberbürgermeisters von Dresden, Herrn Dr. h.c. Wolfgang Berghofer, der über Hintergründe in der Zeit vor und nach der „Wende“ oder besser: „friedlichen Revolution“,der einen Bogen bis zur aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise spannte, leitete das Unternehmertreffen ein. Dr. Berghofer verwies auf manche historische Unkorrektheit oder Lüge zum Ablauf und der Verantwortlichkeit der Geschehnisse um die „Wende“. So zeigte er auf, wie geschickt führende SED-Funktionäre versuchten, sich ihrer Verantwortung zu entziehen.
Der Referent zum Thema des Treffens: „Wie binde ich meine besten Mitarbeiter?“, Herr Dr. Wolfgang Sachse, knüpfte an den Vortrag von Wolfgang Berghofer an, indem er einleitend die These vertrat, dass es gerade in der heutigen Situation in mittelständischen Unternehmen darauf ankomme, intelligente Vergütungsmodelle anzubieten, mit denen leistungsstarke Mitarbeiter an das Unternehmen gebunden werden könnten.
Der Motivationsfaktor „Geld“ sei dafür allein nicht ausreichend. Herr Dr. Sachse rechnete vor, was eine Bruttogehaltserhöhung von beispielsweise 200,00 € bewirke: Beim Arbeitnehmer kommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben nur ca. 96,00 €, also weniger als die Hälfte, an; dagegen werde der Arbeitgeber bei einer Gehaltserhöhung von 200,00 € zusätzlich mit rd. 60,00 € Lohnnebenkosten belastet. Eine Bruttolohnerhöhung von 200,00 € bewirke daher, dass rd. 154,00 € in den „großen Topf verschwinden“ würden.
Gleichzeitig verwies Dr. Sachse auf die dramatischen Problem der Rentenentwicklung und der fehlenden oder unzureichenden Absicherung bei Invalidität und die sich daraus ergebende zwingende Notwendigkeit der Eigenvorsorge. Und genau hier setzte Dr. Sachse den Hebel an zur Eingangsfrage der Mitarbeiterbindung: Anstelle einer Bruttogehaltserhöhung sollte der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter anbieten, dass die angedachte Lohnerhöhung ganz oder teilweise als Versorgungsbeitrag für die Absicherung des Alters und der Invalidität verwendet werde. Ein solcher Versorgungsbeitrag ist nicht mit Steuern und Sozialabgaben belastet und fließt daher zu 100% dem Versorgungskonto des Mitarbeiters zu. Zugleich spart der Arbeitgeber die ansonsten anfallenden Lohnnebenkosten ein.
Herr Dr. Sachse benannte Beispiele aus der Praxis und regte an, bei der Gestaltung flexibler Arbeitszeiten ebenfalls den Brutto-Netto-Effekt für das Unternehmen und den Mitarbeiter nutzbar zu machen. Ein Arbeitgeber, der diese Gestaltungsmöglichkeiten intelligent nutze, würde nicht nur Kosten einsparen sondern zugleich seinen Mitarbeitern eine soziale Absicherung für das Alter und für den Fall einer Invalidität ermöglichen und dadurch diese Mitarbeiter an sein Unternehmen binden.
Für die Umsetzung solcher Vergütungsmodelle rät Dr. Sachse zu einer ganzheitlichen Beratung. Dabei komme es darauf an, dass der Berater fachlich kompetent sei und den Unternehmer rechtssicher durch den Dschungel des Arbeits-, Steuer- und Sozialrechts führe. Der Berater sollte aber auch unabhängig und neutral bei der Auswahl des geeigneten Risikoträgers agieren und die anschließende Umsetzung des Konzepts durch Kommunikation und Beratung sozial kompetent begleiten.
Weitere Informationen unter: www.bvuk.de oder: wolfgang.sachse@bvuk.de